Spital Neubau

Wer ein Spital neu baut, hat viele Entscheidungen zu fällen – unter anderem die, wie in den nächsten 20 bis 30 Jahren in einem Spital gearbeitet wird. Viele dieser Entscheidungen haben weitreichend Konsequenzen – nicht nur für das Erlebnis der Patienten, den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden, sondern auch Tag für Tag auf die Betriebskosten des Gesamtspitals. Die bauliche Infrastruktur gibt vieles vor. Wenn das Gebäude nicht funktioniert, erleben das die Nutzer jeden Tag aufs Schmerzlichste. 

Eine moderne Infrastruktur orientiert sich daran, wie sich der Patient durch das Gebäude bewegt und wie die Leistungen zum Patienten kommen. Ausgangspunkt aller Überlegungen ist der sogenannte Wertstrom. In einem Spital hat es 8 verschiedene Flüsse, die in Einklang gebracht werden müssen.

Aufeinander abgestimmt werden müssen die Flüsse von: Patienten und Angehörigen, Mitarbeitenden, Informationen, Medikamenten, Verbrauchsmaterial, Geräten und schliesslich die übergeordnete Prozesslogik. Spitäler nach den Bedürfnissen von Patienten zu bauen hat sich als richtig erwiesen. Der Leitspruch „der Patient kommt immer zuerst“ findet auch hier seine Berechtigung.

Integrated Facility Design

Integrated Facility Design IFD ist ein moderner Ansatz für die Planung von Neu- und Umbauprojekten. Durch IFD entstehen tragfähige Lösungen, die patientenzentriert, wirtschaftlich, sicher und einfach zu handhaben sind. Integrated Facility Design IFD ist ein Vorgehen, das in 8 Phasen abläuft. In allen diesen Phasen werden die Rückmeldungen von Patienten und Angehörigen eingeholt. Obschon viele Mitarbeitende und Planer bereits einmal Patienten waren, vergisst man schnell wie es auf der anderen Seite ist.

Integriert bedeutet, dass Patienten und Angehörige, die Mitarbeitenden und die Bauverantwortlichen Seite an Seite am Design der Zukunft arbeiten. Der amerikanische Stararchitekt Louis Sullivan begründete das Prinzip „Form follows Function“ bereits 1896. Es ist ein bewährtes Prinzip der Architektur, den Weg von der Funktion zur Form einzuschlagen. Im Spital reicht das nicht. Die Kette ist wesentlich länger: von der Strategie zu den Prozessen, dann von den Prozessen zur Funktion und schliesslich von der Funktion zur Form. Es ist naheliegend, dass diese Arbeiten nicht von Architekten geführt werden können. Der Auftraggeber eines Neubaus steht hier in der Verantwortung.

Integrated Facility Design IFD kennt viele Ausprägungen. Das Team walkerproject plädiert dafür, möglichst früh in einer Simulationszone zu arbeiten. Dort werden die Prozesse mit Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden entwickelt und gleich getestet. Es wird gemeinsam entschieden, wie in Zukunft gearbeitet werden soll und welche Anforderungen daraus an ein Bau entstehen. So entwickeln sich die Mitarbeitenden bereits vor dem Bezug des Neubaus in Richtung Zukunft.

Diese vier Fragen müssen in jedem Planungsprozesses präzise beantwortet werden:

  1. Welche Ziele verfolgen wir mit diesem Gebäude? Die Strategie
  2. Was werden wir in diesem Gebäude machen? Das Angebot
  3. Wie werden wir arbeiten? Der Prozess
  4. Was werden wir dazu brauchen? Die 8 Flüsse der Medizin

Die Antworten zu diesen vier Fragen geben viele Dinge vor. Wer denkt, er könne diese Fragen später beantworten, irrt. Der Handlungsspielraum fehlt dann nämlich.

Testimonials

"...die Simulationen haben mich im Ablauf und Ergebnis dermassen beeindruckt - das muss man einfach erlebt haben…" Ich habe schon reichlich Projekterfahrung im Spitalswesen, aber der Ansatz, mit Simulationen von der Stufe Null - nicht vom Istzustand (!), den idealen Prozess gemeinsam mit allen Beteiligten zu entwickeln, ist einfach genial und nicht in Worte zu fassen. Das muss man wirklich erst einmal miterlebt haben. Dadurch beginnen die Teams einfach anders zu denken. Annahmen und Behauptungen müssen nicht endlos diskutiert werden, sondern werden sofort erprobt und können den Wahrheitsbeweis unverzüglich antreten. Alle reden mit und finden Gehör, keine Hierarchien. Die Teams...mehr lesen

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Ambulanzumbau, Ambulanzorganisation neu aufsetzen in Zusammenarbeit mit walkerproject... Was anfänglich einfach interessant und spannend klang, wird Schritt für Schritt Wirklichkeit. Eine völlig neue Herangehensweise an einen bevorstehenden Umbau. Es wird zuerst nach den Bedürfnissen des Patienten, den Bedürfnissen der Angehörigen und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden gefragt. Der ganze Prozess in der Ambulanz wird in viele kleine Scheibchen geschnitten. Jedes Scheibchen wird angeschaut, diskutiert, ausprobiert, gespürt. Es wird gefiltert was ist gut, was ist zu verbessern, was wird in Zukunft benötigt, was möchte man erreichen. In einer eigens dafür eingerichteten Simulationszone werden Prozesse nachgestellt, neu aufgestellt, ausprobiert, die gewonnen Erkenntnisse gleich...mehr lesen

Cornelia-Baptist-LHK

Wir arbeiten an der Zusammenführung der Notfallambulanzen von Pädiatrie und Kinderchirurgie zu einer interdisziplinär geführten Notfallstation mit einheitlichen Prozessen. Der Patient mit seinen Bedürfnissen soll im Mittelpunkt stehen. Fachgrenzen sollen für Patienten und Eltern kaum noch wahrnehmbar sein. Fasziniert vom „Notfall-Flusskonzept“ haben wir uns zur Zusammenarbeit mit walkerproject entschlossen. Die Zusammenarbeit mit walkerproject bedeutet für uns völlig neue Wege zu beschreiten. Entwicklung durch Simulation: Kommunizieren, ausprobieren, optimieren, testen, selbst erleben - alles im Zeitraffer-Tempo. Das Zusammentreffen der wichtigsten Personen in einem geschützten, von den Zwängen bestehender Lösungen losgelösten Raum, ermöglicht freies Denken. Im Rahmen der gemeinsamen Simulation neuer Ideen rückt...mehr lesen

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