skip to Main Content
Besuch Einer Lean Bettenstation Drei Jahre Nach Dem Go-Live

Besuch einer Lean Bettenstation drei Jahre nach dem Go-Live

Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag auf einer Lean Bettenstation drei Jahre nach dem Go-Live? Was bedeutet ein Lean Projekt für die Führungspersonen? Wie steht es um die Nachhaltigkeit nach der Einführung der neuen Arbeitsweise?

Beim Besuch einer Lean Bettenstation des Kantonspitals Baselland im April 2018 konnten diese Fragen adressiert werden. Stationsleiterin Sabine Stefek gewährte gemeinsam mit Stefanie Kurz, Leiterin Lean Management, während einem Morgen einen Einblick in ihre Neurorehabilitationsstation am Standort Bruderholz. Mittlerweile sind beinahe drei Jahre seit der Umstellung auf Lean vergangen. Stefek und Kurz berichteten über die Veränderung, den schwierigen Weg zur Nachhaltigkeit und warum es sich trotzdem gelohnt hat.

An diesem Dienstagmorgen finden wir die Station ruhig auf. Während dem dreistündigen Besuch auf der Neurorehabilitation geht die Klingel nur fünf Mal. Ehemalige Patienten, die nach einigen Jahren wieder zurück auf derselben Station sind, nehmen die ausgeprägte Ruhe wahr. Grund dafür dürfte nebst zahlreichen anderen Systemelementen die klare Rollenverteilung sowie die vorausschauende Arbeitsweise in Kombination mit Kommunikationsstandards sein. Zahlreiche Patientenbedürfnisse werden erkannt und proaktiv adressiert, ohne dass dafür eine Glocke gedrückt werden muss. Eine grosse Veränderung wurde auch durch die Umstellung der Materialbewirtschaftung erzeugt. Dank der Reduktion der Lagerbestände konnte viel Geld gespart werden und die neue Materiallogik nach dem Kanban-System verhalf zu weniger Suchzeiten und kürzeren Wegen. Für die Mitarbeitenden hat sich die Umstellung hin zu einer Lean Bettenstation sehr gelohnt. 30 Minuten pro Woche konnte an Zeit gewonnen werden, die nun für interne Weiterbildungen eingesetzt wird. Einzelne Mitarbeitende die von Zeit zu Zeit auf anderen Stationen aushelfen, berichten, dass sie den Unterschied ganz klar spüren. Die Stationsleitung bekräftigt: „Die Mitarbeitenden möchten nicht mehr zurück ins alte System.“

Der Weg zu diesem Ziel war jedoch nicht immer einfach. Besonders für die Führungspersonen ist es eine grosse Herausforderung, den Mitarbeitenden eine neue Arbeitsweise näher zu bringen. „Am Anfang braucht es wirklich viel Ausdauer und Beharrlichkeit der Führung“, sagt Stefek. Es braucht viel Zeit bis die Mitarbeitenden die Prinzipen verstanden haben und die Ideen gelebt werden. Jetzt, drei Jahre nach dem Start, freut sich Sabine Stefek insbesondere die kontinuierliche Weiterentwicklung mitzuerleben. „Es macht Spass zu sehen, wie sich die Mitarbeitenden weiterentwickelt haben und wie das Team gemeinsam neue Verbesserungen umsetzt. Abschliessend meint Stefanie Kurz, dass eine starke Führung mit viel Ausdauer eine unabdingbare Voraussetzung für den langfristigen Erfolg einer Lean Bettenstation ist. Stefek kann ihre Aussage nur bestätigen und meint: „Es waren viele Stunden harte Arbeit, doch jede Minute davon hat sich gelohnt“.

Für Neugierige: Hier finden Sie weitere Informationen rund um Lean am Kantonsspital Baselland.

Back To Top