Notfall-Flusskonzept im Notfallzentrum des Universitätsspitals Basel

2015 werden rund 2 Millionen Menschen eine Schweizer Notfallstation aufsuchen. Auch die Patientenzahlen des Notfallzentrums am Universitätsspital Basel steigen stetig und damit der Druck auf Personal und Infrastruktur. 7 Wochen nach Einführung eines neuen Triage-Systems und der medizinischen Team-Evaluation zeigt sich: Patienten warten weniger lang, der Stress auf der Notfallstation sinkt.

Wartezeit halbiert: Vor der Umsetzung des neuen Modells warteten die Patienten rund 38 Minuten auf eine ärztliche Ersteinschätzung. Keine angenehme Vorstellung in einer Stresssituation. Neu triagiert erfahrenes Pflegepersonal ankommende Patienten und führt sie direkt einem Facharzt zu. Die administrative Anmeldung zu Beginn wurde reduziert, unkritische Informationen wie z.B. Krankenkasse werden später erfasst. Im neuen System treffen die Patientinnen und Patienten nach maximal 20 Minuten auf ein erfahrenes Triage-Team – eine Reduktion von nahezu 50%. Die Sicherheit für die Patienten steigt: kritische Fälle werden schnell erkannt und behandelt.

UHBDer geplante Notfallpatient: In den Kojen der medizinischen Team-Evaluation (MTE) beurteilen Arzt und Pflege gemeinsam den  Patienten und definieren die weitere Behandlung. Der akute Notfall wird zum planbaren Patienten. Das weitere Prozedere lässt sich besser koordinieren – mit enormer Wirkung auf die Aufenthaltszeit: im Durchschnitt können ambulante Patienten nach 90 Minuten den Heimweg antreten. Stationäre Patienten können eine Stunde früher verlegt werden. Das macht den Patienten glücklich und entlastet die teure Infrastruktur.

Realitätsnahe Simulation: Die Inspiration holte sich das Team auf einer Studienreise in Notfallstationen der USA. In die Umsetzung der Prozesse und des Umbaus investierten sie viel Zeit. Ein Novum in der Schweiz: In den Räumlichkeiten der geschützten Operationsstelle (GOPS) wurde das Arbeitsumfeld 1:1 nachgebaut und die Prozesse mit dem gesamten Notfallteam simuliert und geschult. Dabei identifizierte das Team viele Möglichkeiten, um den Arbeitsfluss in der neuen Infrastruktur zu optimieren.

Die Notfallstation ist die wichtigste Visitenkarte eines Spitals. Das Notfall-Flusskonzept zeigt auf, wie sie zu einem Leistungszentrum entwickelt wird, das heutige Anforderungen wesentlich besser erfüllt als bisherige Modelle.