Cross-Industry Innovation

Innovationen verhelfen Unternehmen zu Wettbewerbsvorteilen und sichern dadurch oftmals deren Existenz. Doch wie kann ein Unternehmen seine Innovationsleistung erhöhen? Eine erfolgreiche Methode ist der branchenübergreifende Ansatz von Cross-Industry Innovation. Unter Cross-Industry Innovation versteht man den Transfer von Know-how und Lösungsansätzen aus einer fremden Branche…
…in den eigenen Anwendungsbereich. Grundsätzlich lassen sich zwei Stossrichtungen von Cross-Industry Innovationen unterscheiden:

Beim Outside-in-Prozess werden etablierte Technologien, Systemlösungen oder Konzepte aus anderen Branchen oder Wirtschaftszweigen auf Produkte, Prozesse oder Teile des Geschäftsmodells im eigenen Unternehmen übertragen. Die Umpqua Bank lässt sich beispielsweise vom Starbucks-Geschäftsmodell inspirieren und betreibt ihre Filialen als Coffee-Shops mit kostenlosem WLAN und bequemen Sitzgelegenheiten. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter in einem speziellen Kundenserviceprogramm von Ritz-Carlton trainiert und ausgebildet, sodass jeder Kunde besten Service erfährt.

umpquaBank_CrossIndustryBeim Inside-out-Prozess dagegen versucht man Lösungen, Wissen und Fähigkeiten des eigenen Unternehmens für neue Produkte in neuen Märkten zu nutzen (Diversifikation).  Die durch ihre wasserdichten und atmungsaktiven „Gore-Tex®“-Textilien bekannte Firma Gore hat es geschafft, das Material PTFE in zwölf weiteren Industrien einzusetzen und erfolgreich zu vermarkten.
Das Potential solcher branchenübergreifenden Innovationen ist hoch: Durch den geringeren Umfang an Modifikationen an bestehenden Produktionsanlagen können Produkte in kürzerer Zeit auf dem branchenfremden Markt platziert werden. Zur Entwicklung von Cross-Industry Innovationen werden zudem oft nur die Hälfte der üblichen Entwicklungszeit sowie ca. zwei Drittel der normalerweise anfallenden Entwicklungskosten benötigt. Die tieferen Kosten sowie die kürzere Entwicklungszeit ermöglichen höhere Margen und eine Steigerung der Wachstumsrate. Zudem bestehen bei Cross-Industry Innovationen geringere Entwicklungsrisiken, da der Beweis für die Funktionsfähigkeit bereits in der fremden Branche erbracht wurde.

Querdenken im Sinne von Cross-Industry Innovation ist ein kreativer Prozess, der gezielt gefördert werden muss – mit strukturierten Vorgehensweisen und Methoden. Kreativitätsmethoden dienen dabei als eine Art Leitfaden während Workshops des Innovationsteams. Eine gute Vorbereitung und professionelle Moderation wirkt sich dabei positiv auf das Ergebnis der Ideengenerierung aus.